Internationales Festival

SIGNES DE NUIT

Konzept

 

 

Das internationale Festival Signes de Nuit in Paris zeigt Filme, die durch innovative audiovisuelle Sprachen neue Sichtweisen und Pespektiven entwickeln und/oder einen kritisch sensibilisierenden Blick auf Phänomene der aktuellen Gesellschaften werfen. Es fördert ein Cinema der Transgression und der experimentierenden Risikobereitschaft, das vom Traditionsdruck befreite, überraschende und neuartige Wahrnehmungsformen schafft.

Die neuartigen Kombinationen von Bild, Bewegung, Rhythmus, Text, Sound, Perspektive, Licht sowie Raum -und Zeitgestaltungen verfolgen nicht lediglich ästhetische Absichten, sondern verstehen sich als interkulturelle Kommunikations- und Transfermöglickeit sozialer, psychischer und mentaler Phänomene. Dies ist die Verantwortlichkeit einer engagierten audivisuellen und cinematographischen Produktion.


Die Bewahrung eines von kommerziellen und ideologischen Interessen freien Raumes ist Ziel des Signes de Nuit Festivals, das bisher in 16 Ländern, u. a. im Libanon, Kuba, Türkei, Japan, Australien, Peru, Slovenien, Tunesien, Lithauen und Russland Programmme zeigte, neben dem Hauptfestival in Paris, das dieses Jahr Filme aus etwa 35 Ländern zeigen wird.

 

 

 

SIGNES DE NUIT (Zeichen der Nacht) verfolgt mehrere Motive. Zunächst reagierte auf die Degradation eines kulturell avanzierten Pariser Nachtlebens durch die Schaffung eines konkreten Angebotes.

Zweitens will es den aktiven Zentren der Pariser Filmkunst ein Forum bieten, auf ihre Arbeit und ihre Beiträge aufmerksam zu machen.

Drittens geht es in Paris wie andernorts darum, das reiche, hoch differenzierte internationale Schaffen im Bereich des Kurz- und Experimentalfilms an ausgewählten Beispielen zu zeigen.

Last not least sollten die Grenzen zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen wie Fotographie, Theaterszene, Literaturpräsentation, Kunstprojektdarstellung, Video- und Perfomance Art, vor allem aber auch zwischen den Genres der Filmkunst selbst (Experimental-, Kurz-, Dokumentar-, Spielfilm), überschritten und zudem der Debatte Raum gegeben werden, um eine stimulierende Nacht der Ideen- und Projektzirkulation zu verwirklichen.

In wohl kaum einem anderer Bereich der heutigen Kulturszene ist eine vergleichbare Dynamik, Freiheit und Experimentierlust zu beobachten wie im internationalen Kurz- und Experimentalfilmgeschehen. Hinzu kommt die Chance, hier eine Gegenöffentlichkeiten zur zunehmend regulierten und kommerzialisierten Medienwelt zu schaffen, ein für das kulturelle Überleben nicht unentscheidender Akt.

Das Kino der Differenz, der Abweichung und Überraschung ist potenziell frei von institutionellen Zwängen und Trägheiten. Es bedarf hier lediglich eines Projektors und eines abgedunkelten Raumes, um die künstlerischen Visionen zu präsentieren. Niedrigen Produktionskosten machen das Kino der Differenz unabhängig von kommerziellen Auflagen und fordern das Risiko des unkalkulierbaren Experiments heraus.

Die mobile Video-, DV-, DVD-, Super 8- und 16 mm- Technik erlaubt weitgehend spontane Formen der Begegnung zwischen Filmemachern und Publikum. Die Werke selbst sind überwiegend bereits Produkte gelungener Teamarbeit. Nicht zuletzt ist das Kino der Differenz eine der differenziertesten und diversifizierendsten Kunstformen, die Ton, Bild, Bewegung, Rhythmus, Text, Artikulation, Raum, Licht und Zeit einbezieht, um ein variantenreiches Spektrum zu entfalten.

Dies gesagt bleibt es Aufgabe, aus dem umfangreichen Schaffen eine Auswahl zu treffen, die die Vielfalt nicht verrät, Singularitäten verteidigt und einer kritischen Konfrontation mit dem Realen nicht ausweicht. Dies ist das Ziel des SIGNES DE NUIT Festivals.

 

Dieter Wieczorek

 

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